Eine Powerfrau liebt Mode!

Plus-Size Mode mit Herz

Vorstellung: Bloggerin Sabrin Al-Subaihi

Alter: 35 Jahre
Beruf: Grundschullehrerin; zurzeit Studentin der Pädagogik der Kindheit
Familienstand: ledig
Wohnort: Saarbrücken
Internetseite: www.saburafashionandbeauty.blogspot.de

Heute möchten wir euch eine echte Powerfrau vorstellen: Sabrin Al-Subaihi. Sabrin schreibt auf ihrem Blog regelmäßig über das Leben als Plus-Size Beauty und stellt ihre Outfits online. Wir haben ein kleines Interview mit Sabrin geführt um zu schauen, welche Kurvenqueen hinter der interessanten Seite „saburafashionandbeauty“ wirklich steckt.


 

12178974_10153441680669191_1322645824_nFrauen mit Kurven sind besonders

Sabrin, warst Du schon immer ein Kurvenwunder oder wann bist Du zu deinen Kurven gekommen?
Ich war schon immer kurvig. Gerade durch meine arabischen Wurzeln gab mir der liebe Gott da etwas mehr mit, vor allem am Hintern wurde nicht gespart. Schon als Kind war ich einfach immer properer als meine Freundinnen. Meine Figur lässt sich irgendwo zwischen Birne und Sanduhr verorten, weil ich eine deutliche Taille neben meinem doch dominanten Hintern habe und das finde ich mittlerweile richtig gut. Aber das war nicht immer so.

Bist Du immer gut mir dir und deinem Körper klar gekommen oder gab es Krisen?
Da gab es ganz heftige Krisen. Meine Rundungen konnte und wollte ich lange Zeit nicht akzeptieren, weil ich mich einfach nicht wohl mit ihnen fühlte. Dieses Gefühl wurde von meinem Umfeld immer noch unterstützt. Bereits in der Grundschule war das Gewicht und mein Dicksein immer ein Thema, was sich dann wie ein roter Faden durch mein Leben zog. Es wurde mir immer vermittelt, dass ich zu „dick“ sei und somit irgendetwas nicht mit mir stimme. Meine Familie hat zwar immer wieder versucht mich und mein Selbstbewusstsein aufzubauen, aber wenn einem von außen immer wieder suggeriert wird, dass man nicht gut ist, so wie man ist, dann hinterlässt das Spuren. Diäten für mich wurden meiner Mutter schon ganz früh von Ärzten ans Herz gelegt, bereits mit 5 Jahren sollte ich schon mit Kalorienzählen Bekanntschaft machen. Aber auch mit dem JoJo-Effekt habe ich schon früh Erfahrungen gesammelt und somit auch das Gefühl mich wie eine Versagerin zu fühlen und mal wieder gescheitert zu sein. Später so im Teenageralter wollte ich unbedingt dünn sein, so dass ich sogar eine ganze Weile richtige Probleme mit meinem Essverhalten hatte. Ich konnte mich nicht lieben, so wie ich bin, weil ich es mir aufgrund der Erfahrungen, die ich machen musste, einfach nicht gestattet habe.

Würdest du dich als selbstbewusst bezeichnen?
Mittlerweile würde ich definitiv JA sagen, aber es war ein langer und harter Weg.

Wie geht dein Umfeld mit deinen Kurven um?
Die Reaktionen sind ganz gemischt, ich glaube mit meinem Umdenken und dem dementsprechend veränderten Auftreten meinerseits hat es auch ein Umdenken bei meinen Mitmenschen gegeben. So habe ich z.B. eine sehr gute Freundin, die ihr Herz auf der Zunge trägt und die mir auch sagt, wenn sie mich zu dick findet. Das hat sie früher auch öfter getan, natürlich hat es mich verletzt, gerade weil sie eine gute Freundin ist dachte ich, dass gerade sie doch auf meine Gefühle achten müsste. Aber je selbstbewusster ich wurde, desto weniger Seitenhiebe kamen ihrerseits. Früher habe ich mich in weite Kleidung gehüllt, aber mittlerweile trage ich auf was ich Lust habe bzw. was mir gefällt. Das Thema Mode hat auch viel zu meinem Wohlsein bei getragen, durch sie habe ich ein neues Körpergefühl bekommen. Durch meinen Blog ist mein Selbstbewusstsein gewachsen und jetzt kommen auch viele meiner dünnen Freundinnen und Bekannten auf mich zu, um Tipps von mir in Bezug auf Modefragen zu bekommen. In Bezug auf meine Familie kann ich nur sagen, dass diese immer schon zu mir gestanden hat und mir auch immer das Gefühl gegeben hat, dass ich so wie ich bin ganz wunderbar bin. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.


Oft sind es Ärzte, die „Dünnsein“ zum Thema machen

War es jemals ein Thema, dünn zu werden?
„Dünnsein“ war sehr oft ein Thema, nicht selten wurde es das auch immer mal wieder, weil Ärzte es zu einem machten. Wenn das Umfeld mir mal wieder signalisierte, dass ich viel zu „fett“ sei, wollte ich am besten mit einer Hauruck-Diät abnehmen, weil ich endlich dünn sein wollte, um einfach auch dazu zu gehören. „Dünnsein“ war für mich gleichbedeutend mit Zufriedenheit und Akzeptanz. Aber nicht das dünn werden sollte zum Thema werden, sondern sich so zu mögen, wie man ist, egal ob mit ein paar Kilos mehr oder weniger.

Gibt es Hindernisse für mollige Frauen (z.B. Jobsuche, Partnersuche)? Wie sind deine Erfahrungen?
Finde ich schwierig zu beantworten. Ich glaube es kommt darauf an, wie man sich präsentiert und wie man selbst damit umgeht etwas mehr auf den Rippen zu haben. Bislang habe ich das Glück gehabt, dass ich hier keine sonderlichen Hindernisse erfahren musste, in Bezug auf Jobsuche. Während es bei der Partnersuche etwas anders ist. Bei einigen Männern beschleicht mich das Gefühl, dass sie denken, die ist dick, die kann froh sein, wenn überhaupt ein Mann mit ihr spricht.

Viele Frauen die etwas mehr auf den Rippen haben verstecken sich in zu weiter Kleidung. Was möchtest du ihnen raten?
Jede Frau hat etwas, was sich lohnt in den Fokus gerückt zu werden. Dick ist man auch mit weiter Kleidung, daher ziehe ich an, was mir gefällt. Man muss nicht Christo spielen, indem man sich verhüllt und versucht zu verstecken, lieber sollte man zeigen was man hat. Ich habe das Glück, dass ich eine schmale Taille habe und wenig Bauch, passend zu meiner Figur trage ich gerne, auch meine Vorzüge betonend, körperbetonte Kleidung. Mehr Weiblichkeit will gezeigt werden und dick ist man so oder so, warum sich daher selbst so einschränken. Es gibt mittlerweile so tolle Kleidung und mit Mode zu experimentieren macht so unglaublich viel Spaß.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Blog zu starten?
Meine Affinität zu Mode und Design habe ich schon immer gehabt. Es macht mir unheimlich viel Spaß zu experimentieren und auszutesten, zu kombinieren und mich selbst neu zu erfinden. Da ich sowieso einen übervollen Schrank hatte, riet mir eine Bloggerin, warum ich nicht selbst beginne einen zu starten. Gesagt, getan, also habe ich begonnen selbst zu schreiben und meine Outfits vorzustellen. Ich konnte mir am Anfang gar nicht vorstellen, dass sich überhaupt jemand dafür interessiert, was ich trage, wie ich es kombiniere oder wo ich meine Kleidung kaufe.

Was liebst du an dir besonders?
So eine Frage zu beantworten fällt mir schwer. Aber ich versuche es dennoch. Ich bin ein offener und herzlicher Mensch, das mag ich glaube ich besonders. Äußerlich mag ich meine Augen ganz gerne, und meine Kurven. Es hat lange gedauert, aber ich finde meine schmale Taille und den dazugehörigen dicken Hintern wirklich gut.

Gibt es etwas, was du an dir gar nicht magst?
Eindeutig meine Winkearme. Ich finde alles ok an mir, meine dicken Beinen, mein dicker abstehender Hintern, meine zu kleine Oberweite, ja wirklich alles. Aber meine mitwinkenden Oberarme mag ich gar nicht. Auch mit Training wird da nix fest, leider.

Was macht Mode besonders?
Besonders finde ich hier, dass man sich mit Hilfe von Mode neu erfinden kann und experimentieren kann. Man kann in Rollen schlüpfen, Vorzüge hervorheben… Ich persönlich spiele gerne mit Fashion, weil es mir unheimlich Spaß macht.

Hast du einen besonderen, eigenen Style?
Ich würde meinen Stil einerseits als sportlich, elegant, aber auch feminin bezeichnen. Gerne mag ich auch romantische, leicht verspielte Mode. Individuell kombiniere ich meine Lieblingsstücke und denke schon, dass es ein unverwechselbarer Style ist.

Wie können Frauen deiner Meinung nach ihren eigenen Style finden?
Was besonders wichtig ist, dass man sich in dem was man trägt auch wohl fühlt. Wenn dem nicht so ist, dann strahlt man das auch aus. Und auch ruhig mal ausprobieren und austesten, was eigentlich ungewöhnlich für einen ist. Ich inspiriere mich selbst gerne auf Modeblogs von Bloggerkolleginnen, oder ich habe ein Kleidungsstück, das mir besonders gut gefällt, worum ich dann mein Gesamtoutfit zusammenbaue.


Mode für Mollige war schwer zu finden

 

Hast du dich schon immer für Mode begeistert?
Mode war schon immer ein Thema für mich, bloß war es früher schwieriger in großen Größen schöne, moderne und individuelle Kleidung zu finden. Ich kann mich noch erinnern, dass ich Jeans aus der Männerabteilung kaufen musste, weil es bei den Damen nichts gab. Als Kind musste ich oft ganz auf Jeans verzichten, weil es im Angebot nichts gegeben hat. So richtig ausgebaut hat sich das Interesse dann mit Anfang 20. Mein Schrank quillt über und seit ich vor einigen Jahren meine Liebe zu Röcken und Kleidern gefunden habe, wurde es noch voller.

Was macht dich aus, wie würden deine Freunde/Familie dich beschreiben?
Temperamentvoll, verrückt, unkonventionell, gibt gerne, ist zu jedem Spaß zu haben und lacht gerne. Herzlich und immer für Familie und Freunde da, egal um welche Uhrzeit. ABER auch unpünktlich, schwer von Begriff, hat ne lange Leitung… wenn ich von etwas überzeugt bin, dann kann ich da schon mal verbissen werden.

Welches ist dein Lieblingskleidungsstück?
Aktuell ist das absolut mein neuer Wintermantel von ASOS Curve. Der Schnitt trifft genau meinen Geschmack, oben etwas schmäler und nach unten ausgestellt. Auch der Fake-Fur Besatz an der Kapuze gefällt mir, wenn ich diese trage, fühle ich mich so als wäre ich einem Wintermärchen entsprungen.

Was darf in deinem Kleiderschrank nicht fehlen?
Lederjacke, Röcke, Kleider und Strumpfhosen. Diese vier Kleidungsstücke besaß ich vor 5 Jahren noch gar nicht, weil ich der Meinung war es würde mir nicht stehen. Naja, es gab auch ehrlich gesagt keine verlockende Auswahl, die mich zum weiteren Austesten verführt hätte. Aber jetzt möchte ich sie nicht mehr aus meinem Schrank missen. Ohne Kleid kennt man mich fast gar nicht mehr, weil ich es jetzt sehr auskoste, diese Kleidungsstücke endlich für mich entdeckt zu haben.

Wie gefällt dir der Markt für Plus-Size Mode in Deutschland?
Meines Erachtens gibt es in Deutschland keinen wirklichen Plus-Size-Mode-Markt. Langsam entwickelt er sich, aber wirklich sehr schleppend, da muss noch viel passieren. Wenn ich hübsche Mode möchte, dann greife ich meist auf die Online-Shops von UK zurück. ASOS, New Look, Next, Bohoo, Forever 21, Evans, Basics kaufe ich dann noch bei H&M.


Wir danken Sabrin für das tolle Interview!


Kennen Sie schon unser Plus-Size Model Alexa?

 

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